Lohas-Lifestyle
Der LOHAS-Lifestyle?
Die einen sagen, Menschen mit LOHAS-Appeal gehört die Zukunft. Andere wiederum betrachten das Ganze als vorübergehendes Phänomen. Wir wollen Ihnen – sofern Sie zum ersten mal sich mit dem Thema beschäftigen im Rahmen der kleinen Einführung- , die Zielgruppe der Lohas etwas näher bringen und haben uns auf LOHAS-Suche begeben.
Als Anfang des 21. Jahrhunderts der Begriff LOHAS zum ersten Mal in der Sozialforschung auftauchte, belächelten viele die Umfrage zum Wertewandel des Amerikaners Paul Ray, schließlich hatte bis dato noch niemand vom „Lifestyle of Health and Sustainability“ (frei übersetzt: „Lebensstil auf der Basis von Gesundheit und Nachhaltigkeit“) etwas gehört, geschweige dass jemand schon danach leben sollte.
Im Buch „Cultural Creatives. How 50 Million People Are Changing the World“ nahm Ray mit seiner Frau Ruth Anderson die LOHAS so richtig unter die Lupe und erklärte vor allem die Frauen zu den Protagonisten dieser neuen Gesellschaftsströmung.
Doch was macht einen LOHAS auf der Suche nach einer neuen Lebenskunst aus?
Eigenschaften wie vorausschauendes Denken, ganzheitliche Herangehensweise an Dinge und das „Große und Ganze des täglichen Lebens“ fanden die Soziologen heraus. Man legt Wert auf Gesundheit und Nachhaltigkeit, ohne auf die angenehmen Seiten des Lebens zu verzichten und man bringt bislang unvereinbare Bedürfnisse zusammen: Umweltbewusstsein und Design, Technikbegeisterung und Naturverbundenheit, Genuss und gutes Gewissen. Es geht darum, sich zurück zu besinnen auf das, was unser Leben lebenswert macht und wie wir diese Werte erleben und umsetzen. Und es geht um alles, was für Körper, Geist und Seele förderlich ist, sei es Lebensform, Architektur, Kunst, Medizin, Gesundheit und Ernährung.
Dies alles mündet in eine stetig steigende Nachfrage von wirtschaftlich, gesundheitlich und ökonomisch sinnvollen Produkten. Auf einmal sind Fair Trade, ethisch korrekte Produktionsbedingungen und der soziale Mehrwert ausschlaggebende Kaufargumente.
Gehören Sie also dazu?
Keine unberechtigte Frage, denn ein Phänomen macht sich weltweit breit, dass jeder, der über den LOHAS-Lebensstil spricht, sich auf der Stelle mit diesem identifiziert.
Dr. Eike Wenzel vom Zukunftsinstitut, welcher laut Spiegel und Wikipedia sich als erster deutscher Forscher mit den LOHAS beschäftigt hat, fand heraus, dass etwa zwischen 1998 und dem Jahr 2004 ein fundamentaler Wertewandel stattgefunden hat. Längst hatten sich die Aldis und Rewes auf den Weg zu grünen Discountern gemacht und Coffeeshop-Ketten mussten Organic-Cosmetic-Shops weichen.
LOHAS sehnen sich eben nach individuellen und authentischen Dingen. Lebensmittel müssen aus der Natur und nicht aus Chemie-Laboren stammen. Produkte sprechen den Schönheitssinn an und begleiten jeden zuverlässig im Alltag. Und genau diese Wünsche und Sehnsüchte verändern unser Leben und damit unsere Zukunft nachhaltig.
Aber wann genau fing das Ganze an?
Als Ende der 90er immer mehr Prominente kontrollierte Naturkosmetik von „Dr. Hauschka“ für sich entdeckten und Madonna, Kate Moss oder Julia Roberts sich nach und nach zum Green Glamour bekannten, verdoppelte das nachhaltige Beautyunternehmen zwischen 2001 und 2006 den Umsatz. Mitte 2006 eröffnete der erste Weleda-Store in Paris und verkaufte auf einmal anthroposophische Schönheitsprodukte inmitten der Lancomes und Yves Saint Laurents.
Auch die Autoindustrie erlebte einen Aha-Effekt als Leonardo die Caprio, Cameron Diaz oder Justin Timberlake auf einmal mit Hybrid-Auto in Hollywood unterwegs waren. Die Verkaufszahlen von ökologisch korrekten Fahrzeugen kletterten auf einmal auf der ganzen Welt. Autofahrer machten sich über CO2 und den damit verbundenen Klimawandel Gedanken, dass sogar die Politik das Klimathema in den Wahlkampf integrierte.
Als uns dann Heidi Klum mit ihren Birkenstock-Sandalen gesundes Laufen zelebrierte, war ein Gesundheits- und Ökologiebewusstsein in den Großstadtmetropolen endlich angekommen. Unsere Kultur begann sich immer mehr über Gesundheit zu definieren.
Forscher haben errechnet, dass 80 Prozent aller Einkäufe wie zum Beispiel ein Auto, eine Nahrungsergänzung oder eine Urlaubsreise mittlerweile mit dem Argument „Es ist gut für meine Gesundheit“ gekauft werden. Auf einmal ist Gesundheit, sich gesund fühlen zu einem Lebensziel geworden. Und die neue Health-Society entdeckt Produkte, welche Sportlichkeit, Wellness und gutes Aussehen vereinen, wie Flexi-Bar von der Münchner Sports Firma (Am Ende des Artikels stellen wir Ihnen das Gerät ausführlich vor.)
Verabschieden wir uns also mit dem Lifestyle of Health und Sustainability von der Spaßgesellschaft und streben nach einer Welt der authentischen Erfahrungen und des ursprünglichen Genießens? Statt Status und Prestige geht es auf einmal um bewussten Konsum und die Frage steht im Vordergrund „Will ich mir das leisten?“ statt „Kann ich mir das leisten? Es geht nicht mehr darum, den billigsten Flatscreen zu kaufen, sondern den stromsparendsten LCD-Plasma-Fernseher. Milch und Fleisch kauft man lieber von glücklichen Tieren, dort wo man sicher sein kann, dass vierbeinige Lebewesen artgerecht gehalten wurden.
Kritiker werden jetzt behaupten, dass das Thema „gesunde Ernährung“ nur durch den BSE-Skandal im November 2000 entfacht wurde, gäbe es da keinen Karl Ludwig Schweisfurth. Wie kein anderer personifizierte er mit dem Herta-Fleischimperium das Konzept der Massentierhaltung. Er übernahm das Unternehmen vom Vater und machte es innerhalb von 20 Jahren zum erfolgreichsten Fleischkonzern Europas. 5000 Mitarbeiter und ein Jahresumsatz von 1,6 Milliarden standen zur Disposition, doch bereits 1984 trennte er sich aus persönlicher Überzeugung von seiner Firma, um sich ganzheitlicher Landwirtschaft zu zuwenden. Nur Tiere und Pflanzen, die artgerecht und würdevoll wachsen, verdienen die Klassifizierung „Lebensmittel“, nur sie können als „lebendige Nahrung“ bezeichnet werden und mit diesem neuen Bewusstsein baute er mit seiner Familie die Herrmannsdorfer Landwerkstätten im bayerischen Glonn auf. Für uns ist er der Urvater der LOHAS.
Mittlerweile lassen sich die Best Ager auch vom öko-hedonistischen Lebensstil gerne überzeugen: Etwas zwei Drittel greifen zu Bio, weil sie in erster Linie Wert auf eine ausgewogene und gesunde Ernährung legen. Sogar die Wirtschaft beginnt diesen Wandel ernst zu nehmen und Unternehmen produzieren in Hülle und Fülle für das neue Konsumentenbewusstsein.
Doch wie findet man sich als Verbraucher bei der Vielzahl der Produkte zurecht?
Ob Naturkost, Kleidung, Technologie – sämtliche Produkte jeglicher Couleur verwenden Gütesiegel und Labels und müssen den Standards für nachhaltige Wirtschaft entsprechen. LOHAS nutzen für Informationen schon längst nicht mehr die traditionellen Medien wie Radio, TV oder Fachzeitschrift. Das Internet avancierte zu einem zuverlässigen Informations-Werkzeug.
Vier Portale stellen wir Ihnen vor:
In der Welt von zertifizierter Öko-Mode, atomfreiem Ökostrom, erlesenem Biowein, strahlungsarmen Handys, klimafreundlichen Haushaltsgeräten, sparsamen Autos, Naturkost – hier findet man rund 80.000 ökologisch und sozial verträgliche Produkte von über 220 Anbietern. EcoShopper ist das erste Shoppingportal, das sich konsequent im Klimaschutz engagiert. Wer klimaneutral einkaufen will, findet hier jetzt klare Orientierung – und kann bei der Produktsuche aus der großen Zahl der öko-fairen Versandhändler nun mit einem Klick die herausfiltern, die klimaneutral versenden.
Bereits seit neun Jahren hilft das Portal bei der Produktsuche im Internet und informiert über Produkte, die im Einklang mit Mensch und Natur hergestellt werden. Nachhaltigkeit, biologisch-korrekte Ernährung und energiewirtschaftlich sinnvoller Ressourcennutzung sind Thmeninhalte. Ziel ist es, das Wissen weiterzugeben, und es jedem so einfach wie möglich zu machen und ebenfalls das für die Welt zu leisten, was er/sie kann, ohne dabei auch nur die geringsten Einschränkungen hinnehmen zu müssen.
A-Loha führt internationale Labels, die sich durch schöne Styles ebenso auszeichnen wie durch Respekt vor den Menschen, die sie produzieren und Rücksicht gegenüber der Natur, welche die Rohstoffe liefert. A-Loha nimmt nur Labels auf, für die „fair“ mehr ist als ein Verkaufsargument – nämlich ein handfester Bestandteil der täglichen Produktion. So unterstützt A-Loha engagierte und leidenschaftliche Menschen auf der ganzen Welt.
Mit lohasguide.de ist eine neue Plattform für eine stetig wachsende Gruppe von kritischen Konsumenten entstanden, die heute in ihren Einkaufswagen Produkte legen möchten, die ethisch, sozial, fair, öko, bio produziert und vertrieben werden. Gleichzeitig versteht sich das Portal als Forum, das dem sogenannten „New Consumer“ verlässliche und vertrauenswürdige Informationen zu allen Bereichen des nachhaltigen Konsums gebündelt bietet.
Nach den „LOHAS-Kriterien“ werden Informationen zur Verfügung gestellt, damit kritische Käufer unkompliziert an verlässliche Fakten herankommen.
Bei Fragen rund ums strategische Konsum-Verhalten wie „Welche It-Bag kommt ohne Tier aus?“ oder „Welche Windel ist biologisch abbaubar und trotzdem weich für Baby Popos?“ hilft die Internetplattform Utopia.
Gründerin Claudia Langer war Deutschlands populärste Werberin bevor auch sie ihr Konsumverhalten und ihren Lebensstil änderte. Auf einmal schützte sie mit ihren Kaufentscheidungen die Umwelt und lebt für faire Arbeitsbedingungen in aller Welt. Und weil sie noch Spaß dabei hatte, gründete sie mit ihrem Mann Utopia und wurde über Nacht zum Sprachrohr einer eingeschweißten LOHAS-Gemeinde, welche stetig wächst.
Mit klassischen Ökoratgebern hat das nichts mehr gemein – LOHAS´ Welt ist bunter und heiter.
Dr. Eike Wenzel vom deutschen Zukunftsinstitut bezeichnet sie in seinem neuen Buch „LOHAS: Bewusst grün – alles über die neuen Lebenswelten“ (Redline-Verlag, 180 Seiten, 19,90 Euro) als die neue Bewusstseinselite, bei der Werte, Verantwortung und Nachhaltigkeit eine besondere Rolle spielen. Und weil das so ist, erleben wir mit den LOHAS einen lang anhaltenden gesellschaftlichen Wertewandelprozess.