BMW E Mini & Vattenfall Pilotprojekt in Berlin testet Emissionsarm tanken mit RFID
Dez 19th, 2009 | By greenbrands | Category: MobilitätAktuell wird in Kopenhagen über das Thema Eindämmung der CO2 Emission debattiert. Eine energiefreundliche Mobilitätsvariante könnte ein Projekt von BMW und Vattenfall in Berlin erbringen, welches seit Juni 2009 bereits läuft.
Für das „Mini E“ genannte Pilotprojekt, das vom Bundesumweltministerium gefördert wird, hat BMW die Autos und Vattenfall die Ladesäulen, an denen die Autos Strom tanken können, bereitgestellt
An derzeit 33 von 50 geplanten Stromladestationen erfolgen die Identifikation und Abrechnung mit transponderbasierten Karten.
„Derzeit sind 33 öffentliche Ladestationen mit Transponderkarte zugänglich, geplant ist die Zahl auf 50 Säulen zu erhöhen, die von allen Elektrofahrzeugen und Energieversorgern genutzt werden können”, sagt Franziska Schuth von Vattenfall. Die Tanksäulen stehen auf öffentlichen Plätzen, aber auch privat geführten Supermarktparkplätzen oder in Tiefgaragen vorrangig im inneren S-Bahn-Ring Berlins. „Die Handhabung für die Kunden ist sehr einfach. Die RFID-Nutzerkarte dient als Identifikationsmedium zum Einleiten des Ladevorgangs sowie zur Abrechnung. Die Karte verfügt über eine eindeutige Identifikationsnummer. Hält der Kunde die Karte vor die Säule, öffnet sich die Klappe der Ladesäule und der Kunde kann den Ladevorgang starten. Dadurch, dass die ID in unserem zentralen System hinterlegt ist, erfolgt gleichzeitig die Abrechnung, welche der Kunde später als Rechnung erhält”, erläutert sie weiter.
Die Nutzerkarte könne laut Schuth bei Vattenfall oder anderen Energieversorgern bezogen werden. Die Ladung der Elektroautos selbst erfolgt mit einem handelsüblichen Schukostecksystem oder über eine CEE-Steckverbindung. Die BMW Group stellte für dieses Pilotprojekt die 50 elektrischen Fahrzeuge zur Verfügung, Vattenfall ist für Planung, Aufbau und Betrieb der Ladeinfrastruktur verantwortlich. Die BMW Group und Vattenfall wollen mit ihrem Pilotprojekt unter anderem sowohl Praxistauglichkeit als auch Nutzerakzeptanz untersuchen, um Rückschlüsse auf eine zukünftige Serienproduktion von Elektrofahrzeugen und Infrastruktur zu ziehen. Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt von der TU Chemnitz, der TU Berlin und der TU Ilmenau. „Durch RFID ist ein leichter Zugang zu den Ladestationen für alle Nutzer möglich. Jeder, der ein Elektrofahrzeug nutzt, kann an diesen Ladesäulen jederzeit sein Fahrzeug aufladen, egal ob Schuko oder CEE-Stecker für die Aufladung verwendet wird”, betont Schuth.
Erste Ergebnisse zeigten, dass die Benutzer der Elektroautos sich in den meisten Fällen durch die geringe Reichweite der Fahrzeuge – eine Tankfüllung reicht für 150 bis 200, maximal für 250 Kilometer – nicht beeinträchtigt sehen, sagte Thomas Becker, Leiter der Abteilung Politik bei BMW. „Die Auswertung zeigt, dass Elektromobilität auf dem Niveau des heutigen Mini E schon jetzt weitestgehend alltagstauglich ist.“
Ebenfalls in Berlin hat Daimler mit einer Pkw-Flotte gemeinsam mit RWE das Gemeinschaftsprojekt „eMobility” gestartet, in dem für in der Bundeshauptstadt insgesamt 500 Ladepunkte errichtet werden sollen Daimler steuert für den Aufbau eines Stromtankstellennetz im Großraum Berlin mehr als 100 Elektroautos bei, darunter der smart ed (electric drive) der neuen Generation und batterieelektrische Fahrzeuge von Mercedes-Benz. RWE übernimmt die Entwicklung, den Aufbau und Betrieb der Ladeinfrastruktur, die Stromlieferung sowie die zentrale Systemsteuerung.
Wie Harald Fletcher betont setzt RWE ausdrücklich nicht auf die RFID-Technologie. Vielmehr identifiziere sich der Nutzer durch einen Anruf-Code per Mobilfunk, die Abrechnung erfolge ebenfalls per Handy. Der Datenaustausch zwischen einem speziellen Kommunikationssystem im Fahrzeug und der intelligenten Ladestation erfolgt per Powerline-Verbindung. Insgesamt soll die Zahl von aktuell über 60 „Strom”- Ladepunkten auf 500 in Berliner Stadtgebiet anwachsen. Deutschlandweit betreibe RWE derzeit 170 Ladepunkte. In mehreren großen Städten in Nordrhein-Westfalen will der Energiekonzern bis Ende 2010 400 solcher Säulen errichten. Das Projekt wird unterstützt durch die Bundesregierung und ist Teil des Nationalen Entwicklungsplan Elektromobilität, welchen das Bundeskabinett im August 2009 verabschiedet hatte. Dieser bildet den Rahmen für künftige Technologieentwicklungen und für eine anzustrebende Markteinführung von Plugin-Hybrid- und Elektrofahrzeugen in Deutschland.
Laut Bundesregierung sollen bis zum Jahr 2020 bereits eine Million am Stromnetz aufladbare Elektrofahrzeuge und so genannte Plugin-Hybrid-Fahrzeuge auf deutschen Straßen fahren.
Verwandte Artikel - diese sollten Sie auch lesen:
-
2020 werden Elektroautos Alltag sein, bis dahin werden ca.2.5. Mio Elektrofahrzeuge in Deutschland unterwegs sein
27. Juli 2009
RWE startet derzeit eine deutschlandweite Roadshow zum Thema Elektromobilität. Der ADAC ist bei der Tour ebenfalls mit von der Partie. Die CO2 Bilanz von Elektrofahrzeugen ist cirka 45% besser als die eines normalen PKW. Allerdings sind noch viele Fragezeichen zu klären. Wie beispielsweise:
Tankkonzepte (Laden oder Batteriewechsel)
EU weite Standards (Stecker, Ladekabel, Kommunikationsprotokolle, Schutz/Sicherheit)
Investitionsförderung / Sicherung
Die Roadshow...
-
Die Wiedergeburt der Elektrofahrzeuge – who killed the electric car ?
28. Juli 2009
1996 tauchten überall Elektroautos in Kalifornien auf. Sie waren leise und schnell, verursachten keine Abgase und fuhren ohne Benzin. 10 Jahre später haben wir Krieg in Ölländern, steigende Ölpreise und globale Erwärmung….und alle diese sind Autos zerstört. Mangelndes Kundeninteresse oder Verschwörung? Dieser Dokumentarfilm zeigt die Geburt eines der ersten serientauglichen Elektroautos (EV1)...
-
Honda kommt 2015 mit Elektro-Serien Auto – kein Hybrid Model
26. August 2009
Honda gab bekannt, im Jahr 2015 den ersten reinrassigen Elektrowagen auf den US Markt zu bringen. Die Veröffentlichung von Honda diese Woche ist die Forführung einer Vielzahl von ähnlicher Veröffentlichungen der Automobilkonzerne. Offensichtlich hat die Krise entschlossenes Handeln für umweltfreundlichere Autos ermöglicht.
Erst kürzlich gab BMW bekannt, einen SubMarke für Elektroautos zu starten. Ford hat bekannt...
-
Eröffnung Forum Elektromobilität in Berlin
31. August 2009
Mit dem „Forum Elektromobilität“ entsteht in Berlin eine Informations- und Kommunikationsdrehscheibe, die die wichtigsten Akteure dieses sich rasant entwickelnden Technologie-Feldes aus Politik, Industrie und Wissenschaft zusammenbringt und den Weg zu neuen Kooperationen bahnt . Zur Eröffnung des „Forums Elektromobilität“ am 9.9.09 sind Gäste aus Forschung, Wissenschaft, Industrie und Politik geladen.
Die Begrenztheit der...